ARTEN DER ANWENDUNG

Online Modus

Der Online Modus dient dazu, innerhalb eines freien und unstrukturierten Gespräches zu arbeiten. Ein solches Gespräch beinhaltet keine speziellen Zielfragen und die Antworten werden spontan und in erzählerischer Form gegeben.

Der Untersucher erhält Antworten zu relevanten Themen und kann sich durch die hier gegebene Flexibilität in jene Richtungen bewegen, die aufgrund der Antworten interessant sind oder interessant werden. So können Gebiete entdeckt und erforscht werden, die eventuell ursprünglich zwar nicht als Teil der Untersuchung vorausgeplant waren, unter neuen Gesichtspunkten nun aber relevant erscheinen.

Kalibrierung

Für eine erfolgreiche Online-Analyse wird als erster Schritt die Stimme der Testperson kalibriert und so eine Baseline des emotionalen Profils festgelegt. Der Kalibrierungsprozess berücksichtigt geringe Hintergrundgeräusche und Schwankungen in der Stimme der getesteten Person die auch dann entstehen, wenn keine Betrugsabsicht vorliegt.

Über die Ermittlung dieses „Nullpunkts“ werden in weiterer Folge die Lügenwahrscheinlichkeiten erkannt.

Test

Während des Tests zeigt das System verschiedene Meldungen betreffend den Wahrheitsgehalt der getätigten Aussagen an. Problematische Themen können hinterfragt, immer wieder angesprochen und so die Lügenwahrscheinlichkeit präzisiert werden.

Offline Modus

Der Offline Modus ermöglicht die Untersuchung von aufgenommenem Material.

Eine Kalibrierung ist bei dieser Anwendungsart nicht erforderlich.

Im Offline Modus werden relevante Fragen gestellt, die die getestete Person ähnlich wie beim Online Modus in erzählerischer Form beantwortet.

Bei der Auswertung wird die Aussage in viele einzelne Segmente zerlegt, Hintergrund- und Störgeräusche werden bereinigt und zu jedem einzelnen Satz bzw. jeder thematisch zusammenhängender Aussage die Emotionen und schlussendlich auch der Wahrheitsgehalt ermittelt.

Diese Methode ist sehr genau und gibt einen ausgezeichneten Hinweis auf die Richtigkeit einer Aussage, die damit verbundenen Gefühle oder den Grad des Betrugs.

Investigation Modus

Der Investigation Modus funktioniert ähnlich wie der allgemein bekannte Lügendetektor.

Es wird mit einer Art Verhörstruktur gearbeitet, in der zwischen 10 und 15 genau festgelegte Fragen gestellt werden, welche mit „ja“ oder „nein“ beantwortet werden müssen.

Dieses Untersuchungssystem wurde entworfen, um sehr spezifische Probleme und Fragen zu prüfen. Im Test werden irrelevante, relevante und kontrollierende Fragen gestellt.

Diese Art der Befragung ist eindeutig der intensivste und konzentrierteste Weg der Wahrheitsfindung.

Dem Investigation Modus geht ein Vor-Test-Interview voran, in dem die befragte Person über die Vorgehens- und Funktionsweise des Tests und des Stimmenanalysesystems genau informiert aufgeklärt wird, um unscharfe Ergebnisse durch mangelndes Verständnis zu vermeiden.

ANWENDUNGSBEISPIELE AUS DER PRAXIS

Tatsächliche Beispiele aus der Praxis, in denen das System Verita erfolgreich verwendet wurde:

Prozess vor dem Landesgericht Korneuburg 2003

In einem Strafverfahren wegen sexuellen Missbrauchs beauftragt der Anwalt des Beklagten die Vornahme eines Stimmenanalysetests. Das Ergebnis fällt eindeutig zu Gunsten des Beschuldigten aus, die Ergebnisse werden (auch in Form der technischen Aufzeichnungen) dem Gericht vorgelegt. Als Zeuge sagt der Voice Analysis Examiner über das Verfahren der Stimmenanalyse und den Test selbst aus. Unter anderem unter Berücksichtigung der Testergebnisse wird der Beschuldigte freigesprochen.

Fall aus Detroit/Michigan, USA

Ein Mann wird wegen des Vorwurfes des Mordes verhaftet. Der Mann ist einschlägig vorbestraft, die wenigen vorhandenen Indizien deuten auf die Schuld des Mannes hin.

Ein nicht polizeibekannter Zeuge taucht auf und erklärt der Polizei gesehen zu haben, dass der Inhaftierte der tatsächliche Mörder ist. Die Polizei fordert den neuen Zeugen auf, sich dem routinemäßigen Stimmenanalysetest (Investigation Mode) zu unterziehen.

Die Testergebnisse weisen eindeutig auf eine unwahre Aussage des Zeugen hin. Bei weiteren Untersuchungen kann festgestellt werden, dass der Zeuge der eigentliche Täter ist.

Fall aus Seaside/Kanada

Eine junge Frau und ihr Freund machen einen Ausflug auf einen Berg, der Mann verschwindet.

Die Frau gibt an dass sie mit ihrem Freund Streit hatte, er wegging und sie der Annahme war, dass er Bier holen gegangen sei. Danach habe sie ihn nie mehr wieder gesehen.

Sie wird nicht weiter verdächtigt und der Fall als unaufgeklärt abgeschlossen.

Der mit dem Fall betraute Polizist glaubt nicht an diesen Version rund um das Verschwinden des jungen Mannes und initiiert 3 Jahre nach den Geschehnissen ein Gespräch mit dessen damaliger Freundin. Bei diesem Gespräch gesteht sie, ihren Freund im Affekt die Klippen hinuntergestoßen zu haben.

Bei der Verhandlung vor Gericht gibt sie jedoch an, dieses Geständnis nur aufgrund sexueller Annäherungen des Polizisten ihr gegenüber gemacht zu haben.

Die Aussage wird mittels Stimmenanlyse-Technologie überprüft und es stellt sich heraus, dass die Frau tatsächlich die Mörderin ihres Freundes war, die Angaben über die sexuelle Annäherung sind ihr von ihrem Anwalt empfohlen worden, um das unbeabsichtigt gemachte Geständnis unglaubwürdig wirken zu lassen.